Nicht ganz Thriller, nicht ganz Musical – London Road

London Road von Rufus Norris

London Road ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals aus dem Jahre 2011. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Bewohner der London Road in Ipswich, Suffolk. Dort erreigneten sich mehrere Morde an Prostituierten, die das verschlafene Städtchen in Aufruhr versetzen. Das alles basiert auf den tatsächlichen Ereignissen die sich 2006 zugetragen haben. Alle gesprochenen oder gesungenen Diagloge sind unverändert von Interviews mit Bewohnern der London Road und Berichterstattungen in den Medien übernommen. Klingt komisch, funktioniert aber irgendwie.

Wer hier einen klassischen klassischen Musical Film á la Mamma Mia erwartet liegt weit daneben. Der Großteil des Filmes besteht aus einer Art von Sprechgesang, der regelmäßig in Musicalnummern eskaliert. Die Lieder, die dabei entstehen sind nicht unbedingt Ohrwürmer aber dennoch sehr interessant anzuhören. Interessant ist vor allem, dass nicht nur der Text aus realen Interviews übernommen wurde sondern auch jedes Räuspern, nervöses Lachen und ins Wort fallen. Aus all diesen Fragmenten bauschen sich immer pompöser werdende Performances auf. Auch die Choreographien sind sehr detailiert und in ungewöhnlichen Settings inszeniert. Dennoch zieht sich der Film trotz einer akzeptablen Länge von 91 Minuten auf Dauer sehr in die Länge. Das ist wohl vor allem fehlender Dramaturgie geschuldet. Denn so sehr die Handlung auch noch einem spannenden Mystery Thriller klingt, wird sie doch sehr von den aufwendigen Musical Nummern unterbuttert. Wer also tatsächlichen an den Ereignissen rund um die Morde interessiert ist, sollte sich lieber den entsprechenden Wikipedia Beitrag durchlesen. Wenn man sich aber auf diese sehr spezielle Art des Musicals einlassen möchte, wird man mit London Road sehr gut unterhalten. Und wer sich nur wegen Tom Hardy den Film ansieht sollte sich im Klaren darüber sein, dass er lediglich für eine Nummer zu sehen ist.

Letterboxd Bewertung: 3 / 5 Stars                                                                                           Twitter: fritztotheitz

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